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Analoge Kameras reparieren – Gerard Wiener in München

10. Juli 2011 1 Kommentar

Ich hatte schon auf facebook berichtet, dass ich drei alte analoge Kameras, die längere Zeit im Schrank gelegen waren, bekommen hatte. Es waren

1 Rollei 35T von meinem Vater
1 Rollei 35SE von einem Freund
1 Canon A1 von ebay

Alle Kameras in top Zustand (äußerlich), aber technisch überholungsbedürftig. Bei den Rolleis liefen die Zeiten nicht richtig, bei der Canon mussten die Dichtungen erneuert werden und ein Plastikteil erneuert werden (völlig unnötig, aber wenn ich eine perfekte Kamera haben möchte, dann auch richtig). Normal nach so vielen Jahren, sind die Kameras doch mindestens 30 Jahre alt und eine Wartung gehört zu analogen Kameras wie auch beim Auto regelmäßig dazu.

Also wohin bringen die alten Schätzchen – das war die Frage. Erste Recherchen brachten diverse Fachleute zu Tage, die spezialisiert waren auf Rollei. Aber die Canon A1 musste ja auch gemacht werden. Dann fand ich in diversen Foren einen Hinweis auf Gerard Wiener in München.

 

 

Gerard Wiener betreibt einen Fotoreparatur-Schnellservice in München in der Nähe vom Hauptbahnhof. Der Name Wiener ist irreführend, denn der Inhaber ist gar kein Österreicher, sondern Franzose. Wenn man in den Laden kommt, der inzwischen mehr als 35 Jahre in München besteht, dann ist das wie eine Zeitreise. Überall stehen leicht chaotisch alte Kameras rum, im Hintergrund läuft französische Musik.

 

 

Er selber ist ein sehr charmanter, älterer Herr, schätzungsweise um die 70 Jahre. Er kennt sich mit alten Kameras aus. repariert alle Marken und stellt ggf. Ersatzteile selber her, wenn diese nicht mehr zu bekommen sind. Er verkauft aber auch gebrauchte Kameras, Objektive und Zubehör.

 

 

Nach einem kurzen Gespräch hatte ich einen super Eindruck. Ich habe meine drei Kameras dort gelassen, habe meine Wünsche erklärt und bin gegangen. Nach 14 Tagen konnte ich die Kameras abholen. Der Preis war sehr fair, die Kameras super gemacht. Alle Arbeiten wurden ausgeführt, auch die, die er nicht explizit aufgeschrieben hatte. Einfach perfekt.

Schön, dass es heute noch solche Fachleute gibt. Toll, dass sie einen nicht übervorteilen, sondern faire Preise aufrufen. Wer also eine analoge Kamera repariert haben möchte, ist dort richtig aufgehoben. Digitale Kameras repariert er aber verständlicherweise nicht. Hier seine Adresse für alle Besitzer alter analoger Kameras:

Wiener Fotoreparatur-Schnellservice
Inh. Gerard Wiener
Landwehrstr. 12
80336 München
Tel. 089 / 595072

Ich werde in Kürze noch meine neue Nikon FM2N, eine alte Leica IIf von meinem Vater, die er vermutlich von meinem Opa hat (aus den 30er jahren) und eine Minox 35 dort vorbeibringen. Denn dann sind die nächsten 30 Jahre gesichert und die Kameras wieder einsatzbereit.

Wenn Ihr auch Erfahrungen gemacht habt, wo man gut analoge Kameras reparieren lassen kann, dann könnt ihr gerne diese Tipps als Kommentar hier anhängen. Egal wo, ich denke das interessiert jeden analog-Freak und Notfalls kann man Kameras ja auch mit der Post verschicken, hauptsache die Reparatur wird perfekt gemacht.

PS: Die Bilder sind leider nur mit der iPhone-Kamera gemacht, da ich spontan zum Abholen dort vorbeigekommen bin. Daher ist die Qualität sehr mäßig. Um einen Eindruck zu bekommen, reichen sie aber aus.

Objektive als Trinkbecher

3. Juli 2011 Keine Kommentare

Heute gibt es mal ein "anderes" Thema für alle Fotografie-Fans. Bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver wurden im Pressebereich Thermostassen im Canon 70-200mm Objektiv-Design verteilt. Diese Thermostassen sind kaum mehr zu bekommen und werden im Internet hoch gehandelt (zwischen 50US$ und 100US$).

Inzwischen gibt es aber einige weitere Hersteller (aus China), die sich das lukrative Geschäft nicht entgehen lassen wollen und Kaffeebecher im originalgetreuen Gehäuse eines Zoom-Objektivs produzieren. So werden inzwischen Tassen im Canon 70-200mm- und 24-105mm-Design angeboten sowie im Nikon-Design das 24-70mm und 70-200mm. Die Canon-Tassen sind aber die am weitest verbreiteten.

Mit der Zunahme der Anbieter hat auch der Preisverfall eingesetzt, so dass diese Tassen zwischen knapp 6US$ und 25US$ zu bekommen sind (die Nikons sind teurer, wie im richtigen Leben). Diese Preise sorgen auch dafür, dass diese für den Zoll unattraktiv geworden sind und meist ohne Probleme passieren dürfen.

Und so habe ich es gewagt und mir einfach, weil ich so eine Tasse witzig finde und die Preise ja wirklich bezahlbar sind, zwei Tassen von unterschiedlichen Anbietern bestellt. Einmal die günstigste Variante für 5,99US$ und einmal eine aus dem mittleren Preissegment für 17,99€. Es handelt sich bei beiden georderten Tassen um das Canon 24-105mm-Design.

Die Lieferung erfolgte aus China, bei dem teureren Becher wurde die Auktion von ebay vorzeitig beendet, geliefert wurde aber trotzdem, da ich bereits per Sofortkauf zugeschlagen hatte. Die Lieferzeit aus China waren bei den beiden von mir bestellten Tassen ca. 2 Wochen, was völlig ok ist. Zoll wurde nicht erhoben, da der Preis unkritisch war. Und da auf den Umkartons keine Canon-Markenbezeichnung aufgedruckt war, gab es auch keine Plagiatsprobleme. Ansonsten gleichen die Kartons ungefähr dem Original.

Der erste Eindruck – beide Versionen schauen von weitem dem Original sehr ähnlich und wenn diese auf dem Tisch stehen, kann es zu einer Verwechselung kommen. Beide haben eine Metall-Innenauskleidung – ob diese aber wirklich einen Thermoskanneneffekt hat, kann ich nicht sagen.

Bei näherer Betrachtung und dem direkten Vergleich beider "Linsen" fallen doch Qualitätsunterschiede auf, die den Preisunterschied von mehr als Faktor 3 rechtfertigen. Das Plastik bei der Billigversion ist deutlich grober genarbt, der Druck unsauberer und die Schieber lassen sich nicht betätigen (was ja auch an sich sinnlos ist). Zudem ist der Deckel mit einer angespritzten Gegenlichtblende versehen, was die Sache unhandlicher macht und weniger original ausschaut. Die teurere Version ist vom Kunststoff her feiner genarbt und damit näher am Original, der Druck der Beschriftung ist viel besser und der Deckel sieht aus wie der eines normalen Objektivs.

Hier einige Bilder der teureren Version:

 

Und hier im vergleich die günstigere Variante der "Mugs":

 

Ich kann mir vorstellen, dass die Presseversionen von Canon noch besser verarbeitet waren, aber einen Vergleich habe ich nicht. Ob die Tassen gesundheitlich unbedenklich sind ist ebenfalls nicht zu beantworten. Die Edelstahlauskleidung sollte es aber sein. Und es kommen ja mehr Tassen aus China und nicht nur diese.

Fazit:
Ein nettes Gimmick für jeden Fotografen und ein Eyecatcher auf dem Büroschreibtisch. Beide Tassen sind ok und erfüllen ihren Zweck. Wer eine etwas bessere Qualität haben möchte, sollte zu einer etwas teureren Version greifen, wer nicht so viel ausgeben möchte, ist auch mit der günstigen Variante gut bedient.

BlogTimes geht auf Blogsuche

26. Juni 2011 Keine Kommentare

Es gibt zahlreiche Fotografie-Blogs, die vor sich hindümmeln und kaum gepflegt werden. Es gibt aber genauso viele Fotografie-Blogs, die mit sehr interessanten Inhalten gefüttert werden und die es wert sind zu lesen und die vielleicht noch recht unbekannt sind. Aus diesem Grund geht BlogTimes auf Blogsuche. Das ganze ist eine Neuauflage der letztjährigen Aktion, die immerhin ungefähr 70 interessante Blogs aufgetan hat. Ich bin gespannt wie viele es dieses Jahr werden und mache mit, indem ich die gestellten Fragen beantworte:

Seit wann besteht dein Fotografieblog?

Launch war am 30. Mai 2009, das Blog besteht also jetzt seit etwas mehr als zwei Jahren.

Welche Schwerpunktthemen behandelt dein Blog?

In meinem Blog dreht sich alles rund ums Thema "Fotografie". In meinem Blog

  • stelle ich meine Arbeiten detaillierter vor,
  • erfahrt Ihr von Ausstellungen und Fernsehsendungen rund um die Fotografie und
  • behandele auch spannenden Seitenthemen wie analoge Fotografie und Polaroid.
  • Ich verfasse Rezensionen von DVDs, Büchern, Workshops / Seminaren und Kongressen,
  • stelle interessante neue Produkte vor, die den Alltag als Fotograf erleichtern.

Ich werde in dem Blog aber nicht über meinen privaten Alltag berichten. Ich möchte den Blog fachlich und thematisch sehr eng an der Fotografie ausrichten.

Wieviele Beiträge veröffentlichst Du durchschnittlich pro Woche?

Ich werde keine täglichen Blogposts schreiben, weil ich glaube, dass das ohne Posts über den privaten Alltag nicht machbar ist. Ich werde versuchen, im Schnitt pro Woche einen Blogpost zu verfassen.

Welche fotografischen Bereiche interessieren Dich in der Fotografie?
Peoplefotografie mit Richtung Beauty und Fashion. Wenn es um Technik geht, dann geht es von Digitalfotografie über analoge Kameras bis hin zu Polaroid.

 

Ich denke das trifft es ganz gut. Wenn ihr auch ein Blog habt, dann macht mit. Es geht nicht um Wettbewerb oder Konkurrenz, sondern um das Sammeln interessanter Blogs und ein Zusammenarbeiten. Ich bin wirklich gespannt was dieses Jahr zusammenkommt an Blogs und deren themen.

Polaroids – Helmut Newton Ausstellung in Berlin

19. Juni 2011 1 Kommentar

An diesem Wochenende war ich auf der Ausstellung "Polaroids" im Museum für Fotografie in Berlin. Wie ihr ja bereits gemerkt hat bin ich Polaroid-Fan und mich faszinieren alte Polaroid-Aufnahmen aus der Zeit, als Polaroid-Aufnahmen noch zur Kontrolle der Filmaufnahmen vorab eingesetzt wurden. Und genau diese Polaroid-Aufnahmen von Helmut Newton sind jetzt in Berlin zu sehen.

Museum für Fotografie und Helmut Newton Stiftung
Jebensstraße 2, Berlin-Charlottenburg
© Stefan Müller
 

Newton nutzte die Polaroid-Technik seit den 70er Jahren für viele seiner Mode-Shootings. Mit dem Sofortbild konnte er die Belichtung und Szenerie sofort einschätzen und wenn nötig korrigieren. Seine Polaroid-Affinität ist nicht neu und schon länger bekannt. 1992 wurde das ganze auch schon mal dokumentiert und es erschien bereits ein Buch dazu: "Pola Woman". Jetzt hat seine Frau June Newton für die Ausstellung nochmal das Archiv durchgeschaut und neue Polaroid-Arbeiten herausgesucht, die zwischen 1969 und 2003 entstanden sind. Mit dabei sind Supermodelle wie Cindy Crawford oder Claudia Schiffer sowie Auszüge aus Werbekampagnen von Jimmy Choo oder Thierry Mugler.

Helmut Newton
Thierry Mugler
Monte Carlo 1998
Polaroid
© Helmut Newton Estate
 

Es sei nach seiner Frau June aber nur "die Spitze des Eisberges", was die Hoffnung auf weitere Ausstellungen aufleben lässt.

Meine Erwartung an die Ausstellung waren, originale Polaroids zu sehen – diese kleinen unscheinbaren Bilder, die man von nah betrachten muss, um auch das richtige Fotografenfeeling erleben zu können. Nach Betreten der Ausstellung wurde mir aber bewusst, dass es sich nicht um die Origiale handelte, sondern es sich bei den Bildern um starke Vergrößerungen der Polaroids handelte. Diese waren zwar mit den typischen Rändern vergößert und somit autentisch, aber irgendwie fehlte mir das Polaroidgefühl doch. Lediglich auf zwei Tischen wurden unter Glasplatte ein paar originale Polaroidaufnahmen hingelegt.

Helmut Newton
Stern
St. Tropez 1978
Polaroid
© Helmut Newton Estate
 

Genutzt hat er den Bildern nach eine Mittelformat-Kamera mit Polaroid-Back, eine Trennfilmkamera und eine Instantkamera. Was mir gefehlt hat waren die Kameras selber. Diese sind zwar unten in der normalen und dauerhaften Ausstellung im Erdgeschoss dann doch zu finden in Form einer Hasselblad 500, einer ProCam und einen SX-70, aber ich hätte mir diese thematisch zu dieser Ausstellung gewüncht, denn Polaroids sind nicht nur die Bilder selber, sondern auch das Handwerkszeug und auch vielleicht Aufnahmen von Newton selber, wie er mit Polaroid fotografiert.

Helmut Newton
Yves Saint Laurent
Paris 1991
Polaroid
© Helmut Newton Estate
 

Die Bilder sind durchaus interessant, manche kennt man auch in ähnlicher Form natürlich von seinen "normalen" Bildern. Wer den Style mag wird sich auch in den Fotografien hier wiederfinden. Ich finde sie grandios und ich muss gestehen, dass mir diese Ausstellung durchaus gefallen hat, auch wenn nicht alles perfekt war. Die Präsentation auf Plexiglasplatte aufgezogen ohne Rahmen empfand ich beispielsweise als etwas lieblos.

Kritisch setzt sich auch das Kulturradio Berlin mit der Ausstellung auseinander:

Dann kommt noch hinzu, dass die Ausstellungsmacher damit werben, dass das Polaroids mit Randbemerkungen des Fotografen versehen seien. Wie "interessant und aufschlussreich" diese seien. Davon kann ich eine Kostprobe geben: Ein Polaroid zeigt die Schauspielerin: Anita Ekberg, sie war das Sexsymbol der 50er und 60er Jahre. Zu lesen ist: "Anita Ekberg schaut über ihre Gartenmauer. 1988". Also, ich hab schon "interessantere" Kommentare von Künstlern gelesen.

Helmut Newton
Paris Match
Monte Carlo 1985
Polaroid
© Helmut Newton Estate
 

Ganz unrecht hat das Kulturradio Berlin, denn man muss als Museum nicht jede Notiz von Newton derart zwanghaft bejubeln, aber wenn man diese Bemerkungen einfach wegläßt, ist die Ausstellung doch eine der guten Ausstellungen, die ich empfehlen kann. Die 8 Euro Eintritt sind es sicherlich wert.

Zum Schluss gibt es zu dem Museum für Fotografie auch ein paar kritische Worte: Im Gegensatz zur Galerie CAMERA WORK, die ich letztens besucht habe, wird im Helmut Newton Museum sehr viel Wert auf Kontrolle gelegt. Fotografieren ist strikt verboten, was ich im Museum für Fotografie irgendwie nicht verstehen kann. An jeder Ecke stehen Wärter, die kontrollieren, ob auch wirklich keine Kamera gezückt wird. Ob es nötig ist kann ich nicht sagen, aber bei anderen Galerien scheint es auch anders zu funktionieren. Ich jedenfalls fühle mich nicht so richtig wohl, wenn immer ein Bewacher hinter mir steht und schaut was ich mache (und ich mache bestimmt nichts was schaden anrichtet). Auch beim Einlass und bei der Kasse war man nicht besonders freundlich. Hier sollte sich die Stiftung mal ein Beispiel an anderen Häusern nehmen. Denn solche soft-facts beeinflussen schnell das Empfinden, ob mal als Besucher willkommen ist oder eher nicht. Ich finde es schade, denn das hat das Museum nicht verdient. 

Hier noch die allgemeinen Daten:

Ausstellung
"Helmut Newton Polaroid"
Museum für Fotografie
Jebensstraße 2
10623 Berlin
www.helmut-newton.de

Öffnungszeiten
10. Juni bis 20. November
Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 22 Uhr
Eintritt: 8 Euro

Firmware-Update für Canon 5D Mk2

18. Juni 2011 Keine Kommentare

Vielleicht ist es ja für den einen oder anderen von Euch interessant und doch noch nicht bekannt, da das Thema irgendwie kaum besprochen wird: Für die Canon 5D MK2 gibt es seit Ende Mai ein Firmwareupdate auf die Version 2.09.

Folgende Änderungen und Fehlerbehebungen sind eingeflossen (lt. Canon Homepage):

  1. Höhere Lese-/Schreibgeschwindigkeit mit UDMA 7-kompatiblen CF-Karten.
  2. Behebt das Problem, dass die IS-Funktion nicht verfügbar ist, wenn die persönliche Funktion C.Fn III-2 auf [5: IS-Start] eingestellt wurde und das angebrachte Objektiv nicht über eine AF-Stopptaste verfügt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass mit der persönlichen Funktion C.Fn III-2 der IS-Start der AF-Stopptaste auf dem Objektiv zugewiesen werden kann.
  3. Orthografiefehler auf den Menüanzeigen in Arabisch, Portugiesisch, Spanisch und Thailändisch.

Sicherlich sind das kleine Updates, aber bereits Punkt 1 scheint mir Grund genug für ein Update. Das Update ist zu finden auf der Canon-Homepage und ist für Mac und Windows getrennt.

Herb Ritts – Ausstellung bei CAMERA WORK in Berlin

15. Mai 2011 1 Kommentar

Heute möchte ich von einer Fotoausstellung berichten, von der ich echt begeistert bin und die es sich lohnt, zu besuchen. Ich war am Wochenende in Berlin und bin am Eröffnungstag zur Ausstellung der Fotografien von Herb Ritts gegangen. Die Ausstellung ist in der Galerie CAMERA WORK in Berlin zu sehen, und zwar vom 14. Mai 2011 bis 02. Juli 2011.

Herb Ritts war ein US-amerikanischer Fotograf, der 1952 in Los Angeles geboren und vor neu Jahren am 26. Dezember 2002 an einer Lungenentzündung in Kombination mit einer HIV-Erkrankung starb. Er arbeitete als Mode-, Celebrity-, Porträt- und Aktphotograph – der überwiegende Teil seiner Arbeiten sind klassische Schwarz-Weiß-Aufnahmen.

Seine Arbeiten sind inzwischen weltberühmt. Herb Ritts erlang innerhalb kürzester Zeit Legendenstatus mit seinen zunächst privaten Aufnahmen des jungen Richard Gere beim Reifenwechsel. Es folgten Fotos von Jack Nicholson als Joker, Madonna mit provokantem Griff in ihren Schritt, sowie Portraits von Mick Jagger, Dustin Hoffman, David Bowie, Philip Seymour Hoffman, Laetitia Casta und Cindy Crawford. Er hat mit seinen Modestrecken in den 1980er und 1990er Jahren entschieden die Ästhetik von Zeitschriften wie Vogue, Harpers Bazaar oder Interview geprägt. Seine Werbekampagnen für Unternehmen wie Calvin Klein, Armani oder Gap sind ebenfalls bekannt.

 

Die Bilder sind richtig gut und es macht Spass, sich diese in Ruhe anzusehen. Obwohl es schon einige sind, hat man das Gefühl, es könnten noch mehr sein. Das ist im Gegensatz zu vielen anderen Ausstellungen, bei denen man am Ende immer schneller durchläuft, hier anders. Man ist von Anfang bis Ende in den Bann der Fotos gezogen.

Die Bilder sind, wie schon gesagt, in der Galerie CAMERA WORK anzusehen, der Eintritt ist – erstaunlicherweise – frei. Die Galerie liegt an der Kantstrasse gegenüber dem stilwerk. Sie ist durch eine Hofeinfahrt zu erreichen, denn Sie liegt in einem schön renovierten Hinterhaus. Eine wunderschöne Galerie über zwei Etagen mit hohen Decken und grossen Fenstern. Die Bilder sind schön präsentiert, es herrscht eine angenehme Atmosphäre ohne aufdringliche Wärter, die einen wegen allem möglichen nerven. Die Bilder sind zu kaufen und fangen bei 3.000 Euro für die kleinen Motive an und gehen bis weit über 20.000 Euro. Wer also das nötige Kleingeld hat, der wird hier sicherlich fündig. Ich hätte mir gerne das Auto vollgeladen, habe es aber mit dem  Ausstellungsposter bewenden lassen.  Aber so hab ich wenigstens das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, da der Eintritt ja schon nichts gekostet hat. Die Galerie ist jeden Dienstag bis Samstag von 11:00 – 18:00 Uhr geöffnet.

Als Fazit bekommt diese Ausstellung meine absolute Empfehlung – wer in Berlin ist und da nicht vorbei schaut ist selber Schuld. Allen anderen wünsche ich viel Spass in der Ausstellung. Ich hoffe sie gefällt Euch genauso gut wie mir. Wer da war kann ja mal einen Kommentar unter diesem Beitrag posten, wie es war.

Sofortbild lebt – Fujifilm instax wiederbelebt!

4. Mai 2011 1 Kommentar

Da haben wir es wieder! Analoge Fotografie ist im Kommen. Kodak entwickelt neue Negativ-Filme, Impossible Projekt entwickelt ganz neue Filme für Polaroid und Fuji legt gerade jetzt die Instax-Kameras neu auf und will auch einen Teil vom Kuchen abhaben.

 

Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung vom 27.4.2011:

Ein Klassiker erwacht zu neuem Leben: Sofortbild ist wieder da. Vor allem junge Leute erliegen der Faszination dieser analogen Technik, die ganz im angesagten Retro-Trend liegt. Als Hauptdarsteller bei verschiedenen Events beweisen die Sofortbild-Kameras aus der instax-Serie von Fujifilm gerade, wie groß die Begeisterung für Sofortbild ist. Mit dem für Herbst 2011 geplanten Relaunch der Modelle instax 210 und instax mini 7s wird dieser Trend zusätzlich unterstützt werden.

Ein tolles Motiv einfangen, den Fotoabzug aus der Kamera nehmen und dann passiert das Wunderbare: Nach wenigen Augenblicken erscheint das Motiv. Man hält sein Foto sofort in der Hand, kann es beschriften, herumreichen, an die Pinnwand heften … wie man möchte. Was in den 1970ern und 1980ern gang und gäbe war, ist heute ein Phänomen, das begeistert und inspiriert. Kunden in den mittleren Jahren, weil sie an ihre frühere Sofortbild-Erfahrung anknüpfen. Teenager und junge Twens, weil sie zum ersten Mal mit dieser speziellen Art der Fotografie in Berührung kommen. Hinzukommt: Das Design der Sofortbild-Kameras ist auf charmante Art „retro“ und gliedert sich ein in die Reihe anderer Technik-Produkte mit Kult-Charakter – man denke beispielsweise an den Automobil-Bereich mit dem Mini Cooper oder dem Fiat 500.

Ich finde, besser kann man es nicht beschreiben. Es ist einfach kult wie Schallplatten, mechanische Armbanduhren oder alte Autos. Ich finde es richtig toll.

Mehr dazu gibt es in der Pressemitteilung der FUJIFILM Imaging Germany GmbH & Co. KG.

Lighting-Tutorial 1: Fashion-Fotos mit hartem Licht

30. April 2011 2 Kommentare

Nach einer ganzen Menge Tipps & Tricks, Infos zu TV-Sendungen, Hardwaretests und sonstigen Themen rund um die Fotografie auf diesem Blog gibt es diesmal etwas neues: Ich möchte Euch zu einem meiner letzten Bilder ein kurzes "Making Of" geben – zwar nicht so schön wie beim Martin Krolop mit Video, aber ich denke, dass es doch auch so gut nachzuvollziehen ist.

Ich hatte mich mit Steven, einem befreundeten Fotografen verabredet, um zusammen mit dem Model Lia  und unserer Visagistin Eliana Fotos in unserem Fotostudio zu machen.

Es wurde ein langer, lustiger Tag. Die folgende Aufnahme entstand ganz am Schluss, wo alle Beteiligten schon deutlich müde waren und sich dann doch noch für die letzten Aufnahmen "aufgerafft" haben.

Ich finde, es hat sich gelohnt, nicht vorzeitig aufzuhören, sondern weiterzumachen, und bestätigt meine Erfahrung, dass die Aufnahmen am Schluss immer die Besten sind, weil man dann "im Fluss" ist, während man sich am Anfang erst warm arbeiten und locker werden muss (gilt für alle Beteiligten). Darum fange ich auch mit den besten Ideen nicht gleich am Anfang an.

Ziel bei diesem Bild war es, eine Fashionaufnahme mit starken Schatten im Hintergrund zu erstellen. Lia und das Kleid waren fantastisch dafür geeignet – so wurde Lia vor eine weiße Wand im Studio positioniert.

Hartes Licht erzeugt harte Schatten und hohe Kontraste – also genau das was wir haben wollten. Hartes Licht ist zwar nicht unbedingt ideal für Beautyaufnahmen, da jede Falte und jede Hautunreinheit verstärkt wird, aber für Fashion-Aufnahmen ist es umso mehr geeignet, da es modeliert und so zum Beispiel die Kleidung besonders betont.

Die Härte des Lichts hängt von der Größe der Lichtquelle und ihrer Entfernung ab. Hartes Licht bedeutet also eine möglichst punktförmige Lichtquelle und einen recht großen Abstand. Im Studio können solche Lichtsituationen mit Blitzgeräten nachgestellt werden, indem mit kleinen Reflektoren ohne sonstige Lichtformer wie Softboxen oder Schirmen gearbeitet wird.

Der Blitzkopf wurde also weit weg gestellt und mit einem kleinen 7" Reflektor versehen. Das erste Bild entsprach aber bei weitem nicht meinen Vorstellungen, da der Schatten nicht die harte Kontur hatte, wie ich es haben wollte. Er war einfach zu verschwommen. Leider habe ich kein Bild mehr davon, die Ursache war aber schnell ausgemacht. Das Schattenbild wurde vom Hensel-Reflektor verursacht, da die silberne Oberfläche des Reflektors aufgerauht und nicht glatt ist. Das hat zur Folge hat, dass aus der einen Lichtquelle des Blitzkopfes viele kleine neue Lichtquellen werden, da das Licht an der Oberfläche gebrochen wird. Und diese vielen Lichtquellen sind "Schuld" für die verschwommene Schattenkante. Hier mal ein Bild der Oberfläche eines Elinchrom-Reflektors zur Veranschaulichung, die des Hensel-Reflektors sieht aber ähnlich aus:


 

Ein Hensel Starspot, der für genau diesen Einsatzzweck gemacht ist, hatten wir nicht zur Verfügung. Um aber das Bild trotzdem auf den Sensor zu brennen, mussten wir improvisieren. Wir haben den Reflektor entfernt und den Blitzkopf "ohne alles" als Lichtquelle verwendet. Um Streulicht zu vermeiden, da der Blitzkopf ja jetzt Freitag und nach allen Richtungen strahlte, wurden noch Abschatter so aufgestellt, so dass das Licht ausschließlich auf das Model fiel.

So sah der Studioaufbau dann aus:


 

Das war schon alles. Die Bilder waren schnell auf der Speicherkarte. Minimale Beautyretusche und Umwandlung in s/w und fertig.

Hier noch die Kameraeinstellungen:

Verschlusszeit 1/160s
Blende 14
Brennweite 70mm
ISO 200
Kamera Nikon D700

Ich hoffe, dieser Exkurs hat Euch gefallen. Ich bin auf Euer Feedback gespannt.

 

Alte Möhrchen – Meine Polaroid-Kameras

25. April 2011 2 Kommentare

Nachdem ich gestern eine schöne "neue" Polaroid Propack geschenkt bekam (mehr von der Kamera in einem der folgenden Posts), habe ich den Ostermontag genutzt, um mal alle meine Polaroidkameras auf einmal abzulichten. 

Ui, ganz schön viele. Was ist denn da genau zu sehen?

Hintere Reihe (von links nach rechts):
Polaroid 500, Polaroid 1000 mit rotem Knopf, Polaroid 1000 mit rotem Knopf, Polaroid 1000 mit grünen Knopf, Polaroid 2000, Polaroid 3500 mit Blitz 2390 Polaroid 220

Mittlere Reihe (von links nach rechts):
Polaroid SX-70 Land Camera Sonar OneStep, Polaroid SX-70 Land Camera SuperColor Autofocus Model 2 mit Blitz Polatronic, Polaroid SX-70 Land Camera, Polaroid Image Pro, Polaroid Image System SE, Polaroid Image 2, Hasselblack Polaroid Back für V-Modelle (500, …)

Vordere Reihe (von links nach rechts):
Polaroid Pinhole 100, Polaroid 600SE, Polaroid ProPack mit ProFlash, Polaroid Image 2, Polaroid One 600 Classic

Alle Kameras funktionieren, sind alle in sehr gutem Zustand und Filme gibt es für diese Modelle auch noch alle, nämlich von Impossible Project oder von Fuji.

Mehr Kameras werden es nicht werden, denn sonst müsste ich anbauen. Wenn natürlich ein besonderes Modell mir über den Weg läuft, werde ich da auch schwach werden, klar. Aber mit den Kameras decke ich alle Filme ab, die es noch zu kaufen gibt.

Viele der Kameras habe ich für 1-2 Euro auf ebay ersteigert, einige habe ich von meinem Vater übernommen, ein paar habe ich geschenkt bekommen. Es ist also bezahlbar sich ein wenig mit den Kameras einzudecken.Lediglich die 600SE und die SX-70-Modelle sind ganz schön teuer geworden inzwischen.

So, jetzt gehts bei dem schönen Wetter in den Biergarten. Wer von Euch hat noch eine alte Polaroid im Schrank, wer nutzt sie von Euch?

Ich wünsche Euch noch einen schönen erholsamen Ostermontag.

Follow Friday #3- Marc Wallace

22. April 2011 Keine Kommentare

Heute ist wieder Follow Friday. So langsam gewöhnt man sich dran – ich hoffe ihr habt genausoviel Spass dabei wie ich.

Ich möchte Euch heute ein sehr interessantes Video von Marc Wallace, einem Fotografen aus Phoenix, Arizona, ans Herz legen, in dem für den noch nicht so erfahrenen Studiofotografen 7 verhältnismäßig einfache Lichtsetups auf verständliche Weise erklärt. Das Video ist kurzweilig gemacht und man lernt noch beim Ansehen. Ich kann es nur empfehlen. Einziger Wermutstropfen – es ist auf Englisch, aber das dürfte für die meisten von Euch zu verkraften sein. Also viel Spass beim Ansehen.