Buchbesprechung: “Biete Visionen” – Ein Leitfaden für den Weg in die Selbständigkeit

"Biete Visionen" ist ein ganz exzellenter Titel für ein Buch und eine Empfehlung an alle, die sich als Fotograf selbständig machen wollen. Ich schaue gerne Christian Rachs "Restauranttester" und auch hier fällt immer wieder auf, dass man sich als hundertstes Lokal in einer Straße mit demselben Konzept nicht abhebt und es trotzdem immer wieder versucht wird. Um erfolgreich zu sein muss man etwas anders oder besser machen. Genau dasselbe gibt für Fotografen: Man muss anders und besser sein, um erfolgreich zu sein und um von den Kunden wahrgenommen zu werden.

Genau das sagt der Titel "Biete Visionen" aus dem Addison-Wesley-Verlag aus und der Autor David duChemin beschreibt in seinem Buch das „Leben und arbeiten als Profifotograf“ seine eigenen Erfahrungen. Es ist ein Guide für einen selbst, dem man folgen kann aber nicht muss. Man kann sich die Sachen herauspicken die einem gefallen und die einem nutzen. Es ist ein riesen Sammelsurium an Tipps und Tricks und ich behaupte, jeder findet in dem Buch etwas, was er gebrauchen kann.  Die Akquise, die Unternehmensführung inkl. Finanzen, die Gewinnung von neuen Kunden bzw. die Pflege von Bestandskunden, das Marketing und das eigene Verkaufen bis hin zum Business-Plan sind nur einige Themen, die abgehandelt werden. Aber Vorsicht! Es ist keine Step-by-Step-Anleitung zum Erfolg – dafür ist man immer noch selber zuständig.

Der Schreibstil ist kurzweilig und interessant. Es wird aber kein Blatt vor den Mund genommen. Wer erwartet, dass der Autor nur motiviert, der irrt. Der Autor desillusioniert zeitweilen auch und zeigt Fallstricke auf, die einem nicht immer schmecken mögen beim Lesen. Aber so wird man für das harte Leben als Berufsfotograf sensibilisiert und vorbereitet. Ein gutes Beispiel ist das eigene Logo. Hier weist der Autor darauf hin, dass ein gutes Logo richtig Geld kostet, man es selber besser nicht macht, sondern dass einem Profi überlässt. Dieses Geld muss man einfach in die Hand nehmen, weil das Logo nämlich für den späteren Erfolg oder Misserfolg entscheidend ist. Hier gespart wäre deshalb an falscher Stelle gespart. Das kann am Anfang des Unternehmens eine ungeplante und damit unangenehme Ausgabe sein, aber es ist eine sinnvolle, weil zukunftsweisende Investition. Wer diese Ratschläge befolgt wird dann auch motiviert, seine Sache durchzuziehen.

Zwischen den Kapiteln gibt es noch Interviews von bekannten Fotografen wie Joe McNally und Kevin Clark, wie deren Werdegang war und wie diese es geschafft haben, sich durchzusetzen. Sehr interessant und abwechslungsreich. Eine sehr gute Idee, wie ich finde, diesen Profis so zwischendurch über die Schulter zu schauen.

Fazit

Für mich ein sehr gutes Buch. Es ist eines der besten, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Wenn man aus dem Buch nur ein paar Punkte für seine Arbeit herausnehmen kann, haben sich die 39,80 Euro mehr als gelohnt. Schaut es Euch daher unbedingt mal an.

 Zum Schluss noch die Daten des Buchs:

David duChemin
Biete Visionen… Leben und arbeiten als Profifotograf
Addison-Wesley, München
1. Auflage (20. Mai 2010)
ISBN-10: 3827329604
ISBN-13: 978-3827329608
Gebundene Ausgabe, 272 Seiten
Link zu Amazon (Affiliate Link)

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Über den Autor
Elmar

2 Kommentare

Bernd Röthlingshöfer

2012-02-03 08:26:10 Antworten

Beim Thema Logo beweist der Autor seine Inkompetenz.
"Hier weist der Autor darauf hin, dass ein gutes Logo richtig Geld kostet, man es selber besser nicht macht, sondern dass einem Profi überlässt. Dieses Geld muss man einfach in die Hand nehmen, weil das Logo nämlich für den späteren Erfolg oder Misserfolg entscheidend ist."
Die Fakten sind anders. Hinter einem der bekanntesten Logos der Welt steht eines der erfolgreichsten Unternehmen der Welt: Nike. Das Logo kennen Sie von jedem Schuh oder T-Shirt: ein dahingeschleuderter Pinselschwung – der Swoosh, wie das Nike-Logo im Amerikanischen auch genannt wird. Entworfen wurde es von einer Studentin und es hat 35 US Dollar gekostet.
 

 

Elmar

2012-02-03 08:45:07 Antworten

Ausnahmen bestätigen die Regel. Viele versuchen sich an guten Logos und es kommen meist echt grausame Sachen raus. Aus dem Grund sollte man sich Hilfe beim Profi holen, wenn man selber nicht Design im Blut hat. Das kann auch mal ein Student sein, der es günstiger macht. Aber zufällig ist das Nike-Logo nicht entstanden. Und zu der Zeit waren 35$ auch bestimmt mehr als heute. Zufällig werden auch bekannte Markenlogos nicht regelmäßig einem Refresh unterzogen, um dem Zeitgeschmack zu entsprechen. Eine Logo ist im Prinzip ein Kunstwerk, was etwas über die Firma aussagt, die es schmückt. Und da sollte man nicht sparen. 

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